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    Geschichte der Stadt

    Brežice – eine Stadt mit einer mehr als 660-jährigen Tradition

    Geschichten der Vergangenheit, die uns auch heute ansprechen.

    Die Umgebung von Brežice war schon in der Vorzeit besiedelt. Dies bestätigen auch die reichen keltischen Gräber aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus, die auf dem Gebiet des heutigen Marktplatzes gefunden wurden. Als Ortschaft wurde die Stadt erstmals 1241 erwähnt - und zwar mit dem Namen Rain, was im Deutschen so viel wie "Ufer des Flussbettes" bedeutete. Der Fluss Sava, der hier mit dem Fluss Krka zusammenfließt, hat im Laufe der Jahrhunderte die Bebauung der Altstadtsiedlung geprägt und ihr so auch den Namen gegeben. Der slowenische Name "Brežice" benennt nämlich ein städtische Siedlung auf den Ufern des Flusses: breg (Hang) - bregci - brežci - Brežice.

    Das Gebiet fiel im 11. Jahrhundert in den Besitz der Salzburger Erzbischöfe und blieb dort bis zum 15. Jahrhundert. Wegen der guten Lage begann es sich schon früh gut zu entwickeln. So hatte das Gebiet schon im 13. Jahrhundert sein eigenes Schloss, eine Militärbesatzung, ein Gericht und eine Münzstätte. Es wurde auch zum Verwaltungs- und Wirtschaftsmittelpunkt der Salzburger Besitztümer in der Region Posavje. Die Stadtrechte bekam Brežice im Jahre 1353, das Oberhaupt der Stadtverwaltung war der Richter der Stadt, der vom Salzburger Erzbischof ernannt wurde. Er verwaltete auch das Zivilgericht und das niedere Strafgericht, sowie das Blutgericht. In der Stadt fanden damals jedes Jahr zwei Messen statt (zu Pfingsten und am Sankt-Lorenztag). Acht Tage vor jeder Messe herrschte Marktfriede. Die Bürger hatten das Recht auf Fischfang, mussten jedoch den Fisch dem Erzbischof und seiner Begleitung servieren, wenn dieser in die Stadt kam. Für den Kauf von Besitztümern und sogar für die Inkraftsetzung seines Erbrechts auf Besitztümer musste ein Nicht-Bürger die Übereinstimmung des Erzbischofs bekommen.

    "Die Stadt Brežice hatte wegen ihrer schnellen Entwicklung im 13. Jahrhundert ein eigenes Schloss, eine Militärbesatzung, ein Gericht und eine Münzstätte. Die Stadtrechte bekam Brežice im Jahre 1353."

    Ende der 15. Jahrhunderts verwüstete der ungarische König Matija Korvin,  ebenfalls bekannt als König Matthias, die Stadt Brežice. Nach einem zehnjährigen Krieg mit den Habsburgern fiel die Stadt nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags  König  Matthias zu und wurde so eine landesfürstliche Stadt.

    Ein bedeutender Wendepunkt für die Stadt war das Jahr 1501, als Brežice das Recht auf ein eigenes Wappen bekam, das bis heute erhalten blieb. Auf dem Wappen sind drei Hügel über fließendem Wasser dargestellt und im Hintergrund eine Pyramide. Das fließende Wasser stellt den Fluss Sava dar, die drei Hügel die Länder Steiermark, Krain und Kroatien und die Pyramide hinter ihnen die aufgehende Sonne.

    "Nach dem Bauernaufstand im Jahre 1515 wurde das Schloss Brežice vernichtet. In den folgenden Jahren wurde es dann erneuert und spielte eine bedeutende Rolle im Jahre 1573 beim slowenischen Bauernaufstand unter der Leitung von Matija Gubec."

    Nach dem Einfall der Türken wurde die Stadt Brežice mehrmals verbrannt und ausgeplündert. Beim slowenischen Bauernaufstand im Jahre 1515, als die Stadt von 9000 Bauern angegriffen wurde, verbrannten sowohl das alte Schloss aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, als auch die Stadt selbst. Die Stadt wurde später erneuert und mit Ecktürmen befestigt, sodass sie als einzige in der Region Posavje den Angriffen der widerspenstigen Bauern standhalten konnte beim kroatisch-slowenischen Aufstand im Jahre 1573 unter der Leitung von Matija Gubec.

    Die Stadt Brežice erwartete das Ende des Mittelalters als wichtiges Handels- und Gewerbemittelpunkt im südöstlichen Teil der Steiermark. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts herrschte in Brežice der Protestantismus und die Stadt bekam einen eigenen Prädikanten. Das 17. Jahrhundert wurde von der Ankunft der Franziskaner gekennzeichnet, die 1660 die Franziskaner-Abtei erbauten, um die sich eine kleinere nördliche Vorstadt entwickelte. In dem heutigen, nach dem Krieg erbauten Abteigebäude befindet sich seit 1945 das Gymnasium Brežice.

    "Brežice wurde zu einem bedeutenden Verwaltungs- und Gewerbemittelpunkt im unteren Teil der Region Posavje auf der Steiermärkischen Seite."

    In der Neuzeit lebten die Bewohner von Brežice vor allem von Handel und Verkehr. Da die Stadt am Fluss Sava liegt, der eine bedeutende Wasserstraße der österreichischen  Landschaften in Richtung Osten war, befand sich hier ein lebhafter Flusshafen. Heute noch stehen am Ufer einige größere Häuser ehemaliger reicher Handelsfamilien. Dennoch war Brežice vor allem ein Verwaltungs- und Gewerbemittelpunkt  der unteren Posavje Region auf der steiermärkischen Seite. Die Stadt stand in Konkurrenz mit der Stadt Krško, die auf der Krainer Seite ebenfalls bedeutsam war. 

    "Nach dem 2. Weltkrieg erwartete die Stadt optimistischere Zeiten und begann sich schnell zu entwickeln."

    ''Die Slowenen in Brežice'' stellten sich quer gegen die geplante Germanisierung Ende des 19. Jahrhunderts  und gründeten einen Lesesaal in der Stadt, sowie ein Kulturzentrum. Auf diese Art und Weise bemühten sie sich für eine Verbreitung des Nationalbewusstseins und wehrten sich gegen die gezwungene Germanisierung. Während des 2. Weltkriegs vertrieben die Deutschen 17.259 Menschen aus Brežice und Umgebung, und siedelten in die leer stehenden Häuser vor allem Gottschee-Deutsche an aus Bessarabien an. Am 28. Oktober 1941 wurde die Partisanen-Einheit von Brežice gegründet, die den Auftrag bekam, die Aussiedlung der Slowenen aus den hiesigen Ortschaften zu verhindern. Die Stadt begann sich schnell zu entwickeln und heute, in modernen Zeiten, können wir mit Stolz behaupten, dass Brežice eine Stadt mit einer reichen Tradition ist und mit außerordentlichen natürlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten.
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